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Vertrauen ist das Herzstück jeder erfolgreichen Führungsbeziehung. Ohne Vertrauen gibt es keine echte Zusammenarbeit, keine Innovation und keinen gemeinsamen Erfolg. Ein Vertrauensbruch – ob durch Missverständnisse, unerfüllte Erwartungen oder echte Fehler – kann das Teamgefüge ins Wanken bringen. Als Führungskraft ist es entscheidend, solche Brüche zu erkennen und das Vertrauen wiederherzustellen. Hier ist ein Leitfaden.

Schritt 1: Vertrauensbruch erkennen und anerkennen

Klar, es gibt Situationen, in denen Du offensichtlich Mist gebaut hast: Vielleicht hast Du eine wichtige Information vergessen zu kommunizieren, voreilig einen hohen Boni versprochen oder dein Team in einer Stresssituation ordentlich zusammengefaltet. Du bereust das? Gut so! Echte Reue kann helfen, aus Fehlern zu lernen, Deine Integrität zu unterstreichen und Vertrauen wieder herzustellen. Lese hier auch, weshalb du zur Förderung einer offenen Gesprächskultur zu deinen Fehlern stehen solltest.

Oft ist es jedoch so, dass dir ein Vertrauensbruch gar nicht bewusst ist häufig sind Gerechtigkeitsansprüche verletzt, lese hier mehr dazu). Du merkst nur, dass die Stimmung irgendwie seltsam ist, bekommst abgewandte Blicke und knappe Antworten. Deine Aufgabe ist es dann, den Elefanten im Raum anzusprechen. Viele Mitarbeitende scheuen das offene Gespräch nämlich, besonders wenn Hierarchieunterschiede bestehen.

Erkenne an, dass möglicherweise etwas vorgefallen ist, das die Beziehung geknickt hat. Verzichte auf spontane Ausflüchte und Rechtfertigungen. Zeige stattdessen, dass dir die gute Arbeitsbeziehung am Herzen liegt.

Schritt 2: Ursachen analysieren und erklären

Menschen suchen in der Regel nach Erklärungen für Vertrauensbrüche, oft begleitet von starken Emotionen wie Wut, Frust und Enttäuschung. Sie überlegen, wer schuld ist: Du als  Führungskraft, sie selbst, jemand Drittes oder die Umstände. Weiter denken sie darüber nach, ob die Ursache fix ist, wie z.B. ein böser Charakter, oder veränderbar, wie z.B. Unwissenheit.

Du ahnst es schon, wird dir allgemeine Böswilligkeit, Ignoranz oder Inkompetenz unterstellt, wird es schwerer, das Vertrauen wiederherzustellen. Die gute Nachricht ist: Mitarbeitende können sehr wohl unterscheiden, ob du im Namen der Organisation handelst (z.B. eine unbeliebte Reorganisation durchführst) oder ob du als Mensch einen Fehler gemacht hast. Zeigst du insbesondere, dass du lernen und dich verbessern kannst oder die nötige Schritte unternimmst, um fehlsame Systeme oder Prozesse zu ändern, hast du gute Voraussetzungen, um die Wogen wieder zu glätten.

Gib also eine transparente und ehrlich gemeinte Erklärung für den Vertrauensbruch und helfe, ihn besser einzuordnen. Dabei kann es herausfordernd sein, die eigenen Emotionen zu kontrollieren, besonders wenn du das Gefühl hast, nichts falsch gemacht zu haben. Als Führungsperson kommt dir allerdings die Rolle zu, souverän durch die Situation zu führen und ein Vorbild in der Pflege des Miteinanders zu sein.

Schritt 3: Wiedergutmachung und Blick nach vorne

Nachdem die Ursachen geklärt sind, kannst du zusammen mit den Betroffenen konkrete Massnahmen ergreifen, um Wiedergutmachung zu erzielen und/oder sicherzustellen, dass der Vertrauensbruch nicht erneut passiert. Ein symbolischer Akt wie eine formale oder öffentliche Entschuldigung kann Wunder wirken. Manchmal lohnt es sich auch, die Form der Wiedergutmachung, mit den Betroffenen auszuhandeln.

Arbeite zudem gemeinsam mit deinem Team an einer offenen Gesprächskultur und einem Plan, wie zukünftige Missverständnisse und Vertrauensbrüche reduziert bzw. frühzeitig angesprochen werden können. Kontrolliere die Umsetzung der Beschlüsse (insbesonder wenn es dabei um eigene Verhaltensänderungen geht), um das Vertrauen schrittweise wiederherzustellen.

Bist du erfolgreich darin, Vertrauensbrüche proaktiv zu reparieren, kann es sogar sein, dass deine Mitarbeitenden dir danach noch mehr vertrauen. Denn dann hast du gezeigt, dass du in der Lage bist, tragfähige Beziehungen zu pflegen und wiederherzustellen. Das zeugt von Reslienz (Lese hier mehr zum Thema Resilienz in der Führung).

Vertrauensbrüche sind unangenehm (und oft ungewollt), bieten aber auch die Chance, deine Beziehungen zu stärken. Also, packe die Reparaturarbeiten an und zeig deinem Team, dass du souverän und vertrauenswürdig bist, auch wenn du – wie jeder Mensch – mal Mist baust.

Quellen:
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  • Epitropaki, O., Radulovic, A. B., Ete, Z., Thomas, G., & Martin, R. (2020). Leader-follower transgressions, relationship repair strategies and outcomes: A state-of-the-science review and a way forward. The Leadership Quarterly, 31(1), 101376. https://doi.org/10.1016/j.leaqua.2019.101376
  • Kim, P. H., Dirks, K. T., & Cooper, C. D. (2009). The repair of trust: A dynamic bilateral perspective and multilevel conceptualization. Academy of management review, 34(3), 401-422.https://www.jstor.org/stable/27760011
  • Li, S., Radivojevic, I., Jain, K., & Conrad, C. (2023). When apologizing hurts: Felt transgression and restoration efforts. Journal of Organizational Behavior, 44(1), 42-63. https://doi.org/10.1002/job.2672
  • Stackhouse, M., Turner, N., & Kelley, K. (2024). Repairing damaged professional relationships with leader apologies: An examination of trust and forgiveness. European Journal of Work and Organizational Psychology, 1-17.https://doi.org/10.1080/1359432X.2024.2319903

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