Mach den Schritt und werde Mentor*in
Möchtest du deine Führungskompetenzen erweitern, aber dir graut vor einer klassischen Weiterbildung? Dann lenken wir dein Augenmerk gerne auf eine Alternative, die meist weniger Kostet und mit Dankbarkeit belohnt wird: Werde Mentor*in. Lies hier, wie du dabei persönlich wachsen kannst.
Mentoring: Nicht nur Vorteile für die Mentees
Mentoring umfasst eine definierte Beziehung, in der eine meist erfahrenere Person (Mentor*in) ihr Wissen und Know-how an eine weniger erfahrene Person (Mentee) weitergibt, um diese zu fördern. Dabei sind die Ziele und der Rahmen (z.B. wie häufig man sich trifft) in der Regel zumindest teilweise vorgegeben.
Mentoring wird überall genutzt: In Unternehmen, um zukünftige Führungskräfte zu schulen, in externen Programmen, um jungen Menschen den Weg in die Arbeitswelt zu erleichtern, im Reverse-Mentoring, wo die Digital Natives den älteren Generationen zeigen, wie man TikTok, Snapchats oder Youtube benutzt, und im Peer-Mentoring, wo sich Fachleute zu Themen austauschen, die nur sie verstehen.
Der Nutzen für Mentees ist klar, sonst wären Mentoring-Programme nicht so beliebt. Doch wie steht es um die Mentorinnen: Alles nur Zeitverschwendung? Nein, Mentoring hat auch Vorteile für Mentorinnen. Diese zu kennen, hilft dir, die nächste Mentor*innen-Rolle mit Elan in Angriff zu nehmen und für dich das passende Programm zu suchen.
Vorteil 1: Vergrösserung deines Netzwerks und deiner Sichtbarkeit
Als Mentorin baust du eine enge Beziehung zu deinen Mentees auf und kannst deren Netzwerke anzapfen. Heute sind deine Mentees vielleicht noch jung und unerfahren, aber wer weiss, vielleicht sind sie morgen CEOs und verhelfen dir zum neuen Grossauftrag. Auch die Vernetzung mit anderen Mentorinnen ist Gold wert. Entsprechend erhöhst du deine Sichtbarkeit in neuen Kreisen, baust so die Diversität deiner Kontakte aus und hilfst eventuell Branchen-, Berufsoutsidern oder anderen Leuten, die es aufgrund ihrer Herkunft schwerer haben, sich in dein Netzwerk zu integrieren.
Vorteil 2: Persönliche Weiterentwicklung
Mentoring hält dir ein Spiegel vor. Es zwingt dich, dein eigenes Verhalten und deine vergangenen Taten zu überdenken: Was waren deine Erfolge? Wie bist du so weit gekommen? Was würdest du anders machen? Was rätst du deinen Mentees? Diese Erkenntnisse helfen dir auch in Zukunft. Ausserdem wirst du zum Rollenmodell. Durch den Austausch mit deinem Mentee erhältst du neue Perspektiven. Du verbesserst dadurch deine Selbstführung und lernst, wie andere ticken. Das hilft dir als Führungskraft im Umgang mit deinen Geführten.
Vorteil 3: Update deines Wissens und deiner Fähigkeiten
Als Mentor*in bleibst du am Puls der Zeit. Du musst ständig neue Informationen einholen, um mit aktuellstem und nützlichem Wissen zu brillieren. Dein Wissen über Karrieremöglichkeiten bleibt frisch, und du entwickelst Strategien für den Umgang mit aktuellen Herausforderungen. Durch das Feedback deiner Mentees, erfährst du auch, welche Ratschläge gut funktioniert haben und wo bedenken sind. Unter dem Strich bist du also besser gewappnet und resilienter, um eigene Handlungsstrategien zum Weiterkommen zu entwickeln, weil du das schon mal geübt hast. (Einige Strategien, wie du selber aber auch deinen Mentees helfen kannst, Vorhaben durchzuziehen, lese hier nach)
Vorteil 4: Zufriedenheit und einen echten Beitrag leisten
Wir sind soziale Wesen, und es tut uns gut, wenn wir das Gefühl haben, wichtig zu sein und jemandem zu helfen. Als Mentor*in trägst du aktiv zur Entwicklung deiner Mentees bei, und deine Unterstützung wird geschätzt. Das steigert sicherlich deine persönliche Motivation und Zufriedenheit. Also, wer braucht schon in einer Führungsweiterbildung zu hören, was man alles noch optimieren kann, wenn man durch Mentoring das Herz erwärmt bekommt?
Worauf du nicht zählen solltest: Mehr Lohn oder Beförderung
Wenn du die Mentorinnen-Rolle nur wegen des Ruhms antrittst und dir davon eine Beförderung oder mehr Gehalt erhoffst, könntest du enttäuscht werden. Mentorinnen haben gemäss Studienlage meist nicht bessere Chancen auf Beförderung oder bessere Kompensation als ihre Kolleg*innen. Nutze die Erfahrung stattdessen für die intrinsischen Vorteile – wie das Gefühl, einen Unterschied zu machen und wertvolle Beziehungen zu knüpfen.
Wenn du denkst, das Zeitinvestment lohnt sich für deine Persönlichkeitsentwicklung, dann melde dich bei nächster Gelegenheit als Mentor*in. Gute Mentoringprogramme erkennst du übrigens daran, dass Mentor*innen und Mentees sorgfältig gematcht werden und die Mentoring-Ziele vorab geklärt werden. Also, worauf wartest du noch? Mach den Schritt und werde Mentor*in bei einem Programm deiner Wahl!
Quellen:
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- Deng, C., Gulseren, D. B., & Turner, N. (2022). How to match mentors and protégés for successful mentorship programs: a review of the evidence and recommendations for practitioners. Leadership & Organization Development Journal, 43(3), 386-40 https://doi.org/10.1108/LODJ-01-2021-0032
- Deng, C., & Turner, N. (2024). Identifying key mentor characteristics for successful workplace mentoring relationships and programmes. Personnel Review, 53(2), 580-604. https://doi.org/10.1108/PR-08-2022-0535
- Eby, L. T., Durley, J. R., Evans, S. C., & Ragins, B. R. (2006). The relationship between short-term mentoring benefits and long-term mentor outcomes. Journal of Vocational Behavior, 69(3), 424-444. https://doi.org/10.1016/j.jvb.2006.05.003
- Ghosh, R., & Reio Jr, T. G. (2013). Career benefits associated with mentoring for mentors: A meta-analysis. Journal of Vocational Behavior, 83(1), 106-116. https://doi.org/10.1016/j.jvb.2013.03.011
- Parise, M. R., & Forret, M. L. (2008). Formal mentoring programs: The relationship of program design and support to mentors’ perceptions of benefits and costs. Journal of vocational behavior, 72(2), 225-240. https://doi.org/10.1016/j.jvb.2007.10.011
