In vier Schritten zur sinnstiftenden Führung

Entdecke, wie «Purposeful Leadership» nicht nur einen tieferen Unternehmenszweck in den Fokus rückt, sondern auch wie deine Mitarbeitenden dadurch mehr Sinn und Motivation im Alltag finden können. Eine Anleitung in vier Schritten findest du hier.

Wieso das "Wieso" wichtig ist

Unternehmen verabschieden sich langsam von der reinen Gewinnmaximierung und betonen stattdessen ihren Purpose. Der «Purpose» beschreibt das Weltproblem, das eine Organisation lösen will, dafür tönt das deutsche Wort „Unternehmenzweck“ wohl zu technisch 😉 : Coca Cola will die Welt erfrischen, Netflix die Welt unterhalten, und die UBS träumt davon, die Welt generell zu verbessern.

Wenn Unternehmen einen Purpose finden, passiert etwas “Magisches”: Mitarbeitende sind motivierter, Kund*innen treuer, und die gesellschaftliche Akzeptanz höher (nicht wirklich überraschend, oder 😉?). Damit der Purpose seine volle Wirkung entfaltet, braucht es «Purposeful Leadership» – oder auf Deutsch: sinnstiftende Führung. Hier ist eine Anleitung in vier Schritten, wie die Sinnvermittlung bis runter auf Stufe Mitarbeitende gelingt.

1. Sinn in der eigenen Führungstätigkeit finden

Einen Purpose zu haben klingt gut, aber ohne konkrete Taten bleibt er nur leere Rhetorik. Wie steht es also um Anreizsysteme, Prozesse und Strukturen? Als Führungskraft solltest du einen Realitätscheck machen und schauen, ob der Purpose auch im täglichen Handeln der Organisation verankert ist. Offene Baustellen solltest du ansprechen und im besten Fall angehen, wenn du deine Leute auf den Purpose einschwörst. Authentizität ist dabei der Schlüssel – wenn du selbst nicht vom Sinn erfüllt bist, wird es schwer, diesen Sinn an die Mitarbeitenden weiterzugeben.

2. Sinn runterbrechen

Es reicht nicht, wenn deine Mitarbeitenden wissen, dass die Organisation grundsätzlich eine erstrebenswerte Purpose verfolgt. Sie wollen auch erkennen, wie sie mit ihrer täglichen Arbeit zu diesem Purpose beitragen. Welchen Sinn haben die Teilnahme an den langweiligen Meetings und die saubere Ablage gleich nochmals? Und heisst der Einsatz für eine „bessere Welt“, dass Produkte erschwinglicher, nachhaltiger oder schneller lieferbar werden sollen? Häufig scheitert es eher an den Interpretations- und Priorisierungsfragen als an der Identifikation mit der Purpose. Entwickle also mit denen Mitarbeitenden Ziele und Leitsätze, die sich aus dem Purpose für sie ableiten lassen. Sprich insbesondere auch Szenarien und Interessensabwägungen aus dem Alltag deiner Mitarbeitenden durch.

3. Sinnsuche fördern

Gemeinsame entwickelte Leitlinien und Ziele, um Handeln nach einer übergeordneten Purpose auszurichten, können Anknüpfungspunkte für Sinnhaftigkeit sein. Sinn zu empfinden, kann aber nicht von oben diktiert werden. Sinnhaftigkeit entsteht also vor allem dann, wenn Mitarbeitende selbstständig den Sinn in ihrer Arbeit finden. Hierbei spielt «Job Crafting» eine Rolle, damit ist die Neuinterpretation der Arbeitsaufgaben in Eigenregie gemeint. Ein berühmtes Beispiel ist jenes einer Reinigungskraft im Spital. Sie hat ihre Arbeit  sinnvoll gestaltet indem sie bei der Arbeit dazu übergangen ist, mit einsamen Patienten vermehrt zu plaudern. Führungskräfte können Raum für solches autonomes Handeln bieten, Mitarbeitende ermuntern und coachen.

4. Engagement sinnvoll machen

Sinnvolle Aufgaben auszuführen, kann sehr motivierend für Menschen sein. Noch motivierter sind sie, wenn sie dabei gesehen werden. Keiner will ein austauschbares Rädchen im Getriebe sein, jeder will persönlich den Unterschied durch sein Wirken und Handeln machen. Sinnstiftende Führung heisst also auch, aktiv Feedback geben, Ideen berücksichtigen, persönliche Stärken und Talente fördern und persönliche Leistungen angemessen würdigen. Hier geht es also um Wertschätzung, einen der wichtigsten Motivationstreiber und damit euch eine der sinnvollsten Führungsaufgaben überhaupt.

Das macht Sinn oder😉? Wo siehst du also dein Wirkungsfeld, wenn es darum geht Sinnhaftigkeit zu vermitteln?

(Purposful Leadership ist auch ein Baustein von New Work. Lies in unserem Artikel zu New Work nach, was sonst noch alles dazu gehört.)

Quellen:
  • Kempster, S., Jackson, B., & Conroy, M. (2011). Leadership as purpose: Exploring the role of purpose in leadership practice. Leadership, 7(3), 317-334. https://doi.org/10.1177/1742715011407384

  • Rosso, B. D., Dekas, K. H., & Wrzesniewski, A. (2010). On the meaning of work: A theoretical integration and review. Research in organizational behavior, 30, 91-127. http://dx.doi.org/10.1016%2Fj.riob.2010.09.001

  • Wrzesniewski, A., & Dutton, J. E. (2001). Crafting a job: Revisioning employees as active crafters of their work. Academy of Management. The Academy of Management Review, 26(2), 179 – 201. https://doi.org/10.5465/amr.2001.4378011

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