Die Superkraft zur widerstandsfähigen Führung
Führung kann ein wahrer Drahtseilakt sein: Entscheidungen sind unter Unsicherheit zu fällen, Anforderungen sind vielfältig und verändern sich ständig. Inmitten all dieser Turbulenzen gibt es eine unschätzbare Superkraft, die dir hilft, im Angesicht der Widerstände zu gedeihen und andere mitzuziehen: Resilienz. Erfahre mehr darüber.
Resilienz als Erfolgsfaktor in der dynamischen Welt
Gerade scheinen die Herausforderungen Schlange zu stehen. Neben sich aneinanderreihenden Krisen verlangen technologische Fortschritte und volatile Märkte zunehmende Anpassungsfähigkeit. VUCA ist heute in aller Munde – Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit.
Du als Führungskraft bist mit wechselnden Anforderungen und widersprüchlichen Erwartungen (auch bekannt als „Paradoxe“) konfrontiert. Du sollst z.B. Spitzenleistungen im Tagesgeschäft erbringen und gleichzeitig deine Mitarbeitenden fit für die Zukunft machen. Du solltest effizient arbeiten und genügend Puffer haben, um bei Krisen agil manövrieren zu können. Dabei hilft dir Resilienz.
Was ist Resilienz?
Resilienz bedeutet, dass du dich von Rückschlägen nicht unterkriegen lässt, aus Misserfolgen lernst, einen Weg findest, um Zielkonflikte aufzulösen und dabei eine positive Einstellung bewahrst. Resilienz ist wie ein Muskel, den du trainieren kannst. Je mehr du in die Entwicklung deiner eigenen Kompetenzen und Bewältigungsstrategien investierst, desto resilienter wirst du. Resilienz umfasst folgende Aspekte:
- Selbsterkenntnis und Selbstmotivation: Du kennst deine Stärken und Motivationen, handelst authentisch und reflektierst die Auswirkungen deiner Handlungen. Du hast Durchhaltevermögen und weisst, wie du dich selbst motivieren kannst (mehr zu Strategien, wie du deine Vorsätzte umsetzt, in unserem Blogartikel hier).
- Lernen und Wachsen: Du suchst Feedback und Inspiration von aussen, nutzt aktiv Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und lernst aus Erfahrungen. Du hast also einen sogenannten „Growth Mindset“.
- Energie- und Emotionsmanagement: Du weisst, wie man in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren kann und in turbulenten Zeiten deine Energiereserven auffüllen kannst.
- Beziehungskompetenz: Du kannst tragfähige Beziehungen aufbauen, indem du gegenüber anderen Menschen offen und wertschätzend bist und Konflikte proaktiv löst. (Erfahre mehr dazu, wie du gute Beziehungen zu deinen Mitarbeitenden ab dem ersten Tag gestaltest im Blogartikel hier).
Wie stärkst du mit deiner Resilienz andere?
Gute Neuigkeiten: Viele Eigenschaften besitzt du wahrscheinlich schon, sonst wärst du keine Führungskraft. Als resiliente Führungskraft hast du damit auch die nötigen Tools und Werkzeuge, um auch andere nachhaltig zu stärken und widerstandsfähiger zu machen. Hier sind deine Handlungsmöglichkeiten, um auf deine Stärken aufzubauen:
- Effektive Kommunikation und Sense-Making: Du hast ein gutes Verständnis dafür, wohin die Reise gehen soll und wie du den Überblick behalten und alle auf Kurs halten kannst. Mit klarer Kommunikation und authentischem Auftreten schaffst du Orientierung und bettest deine Entscheidungen in einen Kontext ein.
- Weg vom Mikromanagement hin zum Selbst-Management: Du besitzt Empathie und Weitsicht. Das hilft dir, deine Mitarbeitenden gezielt weiterzuentwickeln, ihre Stärken in den Fokus zu rücken und sie zum Selbstmanagement zu befähigen. Dies wiederum hält dir den Rücken frei.
- Fehler- und Lernkultur etablieren: Du betrachtest Fehler als einen Weg zum Lernen und betrachtest dich und andere als lernfähig. Du schaffst so ein Umfeld, in dem Fehler und Entwicklungsbedarf offen thematisiert und angegangen werden können.
- Netzwerke aktiv managen: Du pflegst gute Beziehungen über deine Funktions- und Organisationsgrenzen hinweg. Du sorgst damit für einen effektiven Informationsfluss und einen Überblick über den Gesamtkontext. Veränderungsbedarf erkennst du so frühzeitig.
Vom Hinfallen zum Aufstehen
Mit deinem resilienten Skillset und den daraus resultierenden Handlungsweisen stärkst du die Widerstandsfähigkeit und Agilität der Organisation und erhältst gleichzeitig persönlichen Spielraum, um zuversichtlich und anpassungsfähig zu bleiben. An der eigenen Resilienz zu arbeiten bedeutet, die Komplexität des Lebens anzunehmen, Zielkonflikte zu erkennen und aus den Lernchancen zu wachsen. Kurz gesagt: Hinfallen, Aufstehen und kontinuierliche Weiterentwicklung sind das unerschütterliche Credo einer starken Führungskraft.
Quellen:
- Britt, T. W., Shen, W., Sinclair, R. R., Grossman, M. R., & Klieger, D. M. (2016). How much do we really know about employee resilience?. Industrial and Organizational Psychology, 9(2), 378-404. https://www.cambridge.org/core/journals/industrial-and-organizational-psychology/article/how-much-do-we-really-know-about-employee-resilience/0B87A5E241D67E14396E27CF82379FA3
- Gavin, M. (2019, Dez 19.). How to Become a More Resilient Leader, Harvard Business Review, https://online.hbs.edu/blog/post/resilient-leadership
- Smith, C. L. (2017). Coaching for leadership resilience: An integrated approach. International Coaching Psychology Review, 12(1), 6-23. https://psycnet.apa.org/record/2017-09367-002
- Southwick, F. S., Martini, B. L., Charney, D. S., & Southwick, S. M. (2017). Leadership and resilience. Leadership today: Practices for personal and professional performance, 315-333. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-319-31036-7_18
- Winwood, P. C., Colon, R., & McEwen, K. (2013). A practical measure of workplace resilience. Journal of occupational and environmental medicine, 55(10), 1205-1212. https://www.jstor.org/stable/48500326
