Energiereserven effektiv auffüllen

Ferienzeit ist Erholungszeit. Doch wie oft quetschst du noch unzählige Termine vor den Ferien rein und nimmst in den Ferien dann doch noch an dem wichtigen Video-Call teil, um dann bei Rückkehr hunderte E-Mails in der Mailbox zu finden? Kein Wunder, dass du dich nach den Ferien gestresster fühlst als vorher. Wie kannst du also die Ferien effektiv für das Auffüllen deiner Energiereserven nutzen?

Warum erholsame Ferien wichtig sind

Langfristig helfen dir regelmässige Ferien, leistungsfähig und gesund zu bleiben. Ferien sind nämlich nicht nur schön. Studien zeigen, dass Ferien die Stimmung heben und Burnout sowie körperliche Beschwerden lindern können. Sie bieten dir auch die Chance, neue Perspektiven zu gewinnen und deinen Horizont zu erweitern. Die positiven Effekte von Ferien sind jedoch oft kurzlebig und verschwinden innerhalb von ein bis vier Wochen nach der Rückkehr zur Arbeit. Dafür gibt es zwei Lösungen: nämlich häufiger Ferien mache und sicherstellen, dass die Ferien erholsam sind und der Erholungseffekt lange anhält.

Hier einige Tipps für dich. Diese solltest du speziell als Führungskraft beachten, da dir die berüchtigte Vorbildrolle zukommt, wenn es um das Management der eigenen Gesundheit geht (erfahre hier noch mehr über andere Verhaltensweisen, wie du sozial nachhaltig führst.)

Ferien richtig planen

Wann und wie lange solltest du Ferien nehmen? Die Antwort ist individuell, aber eine Mischung aus kürzeren und längeren Ferien über das Jahr verteilt gilt als wirksam. Wenn man richtig abschalten möchte, empfehlen Studien Ferien von mindestens zwei Wochen. Für längerfristige Erholungseffekte gelten jedoch viele kürzere, regelmässige Auszeiten über das Jahr verteilt als wirksamer. Dafür können z.B. geschickt gewählte Brückentage zwischen Feiertagen genutzt werden. Damit du optimal vom Erholungseffekt profitierst, solltest du deine Ferien zudem so planen, dass sie in ruhigere Arbeitsphasen fallen. Es gilt, massive Stresspeaks vor und nach den Ferien zu vermeiden.

Den Ferienstart stressfrei angehen

Es ist ungünstig, gestresst und unausgeschlafen in die Ferien zu starten (v.a. wenn du eine mehrstündige Autofahrt vor dir hast). Um das zu vermeiden, solltest du rechtzeitig „runterfahren“. Regle frühzeitig deine Stellvertretung und informiere dein Team und wichtige Kontakte schon frühzeitig über die geplante Abwesenheit, so dass sie nicht in letzter Minute noch etwas wollen. Plane den letzten Arbeitstag vor den Ferien so, dass du möglichst noch Puffer für offene Tasks hast. Am besten blockierst du dir den letzten Arbeitstag und vermeidest Meetings. Mach dir zudem eine Liste für den ersten Tag nach den Ferien, um dir zu helfen, in den Ferien von Gedanken, die sich um noch offene Dinge kreisen, Abstand zu nehmen.

Das Beste aus den Ferien rausholen

Am erholsamsten sind Aktivitäten, die dir Freude bereiten und bei denen du abschalten kannst. Was das ist, ist sehr individuell: Spaziergänge in der Natur, das Lesen eines guten Buches, sportliche Herausforderungen oder eine neue Stadt zu entdecken. Im Schnitt berichten Personen nach Rückkehr aus Reisen mit warmem Klima und viel Sonnenschein von grösseren Erholungseffekten. Vermeide hingegen Aktivitäten, die dich stressen könnten, wie z.B. überfüllte Touristenziele oder enge Zeitpläne. Auch Reisepartner*innen, bei denen Konflikte vorprogrammiert sind, sind nicht zu empfehlen, wenn es dir um Erholung geht. Und bevor wir es vergessen: Deaktiviere Geschäftsnachrichten auf deinem Handy und anderen elektronischen Geräten (Lese hierzu auch, weshalb du nicht in deiner privaten Zeit geschäftliche E-Mail beantworten solltest). Gebe stattdessen deinen Stellvertretenden Anweisungen, wo und wie sie dich im “Notfall” erreichen können.

Die Ferien gemütlich ausklingen lassen

Der Erholungseffekt nach den Ferien verfliegt leider oft schnell. Um das zu verhindern, ist es wichtig, nicht sofort wieder in den alten Stressmodus zu verfallen. Denke daran, deine Abwesenheit nicht gleich mit Vollgas und langen und intensiven Arbeitstagen zu kompensieren. Plane stattessen kurze, regelmässige Pausen bei der Arbeit ein. Z.B. ein bewusster Lunch, eine kurzes Telefonat mit einer befreundeten Person oder eine Runde Sport am verfrühten Feierabend kann helfen, den Erholungseffekt zu verlängern. Sprich zudem über deine Ferien oder gehe deine Ferienfotos durch, in der Regel hilft das wieder in den Ferien- und damit Erholungsmodus reinzufallen. Das Gleiche gilt für die Planung deiner nächsten Ferien.

Zugegeben, an vielen dieser Punkte scheitern die Personen, die den Text verfassten regelmässig ;-). Wir wünschen dir hier also mehr Geschick in der Umsetzung und wünschen dir schon jetzt schöne Ferien.

Bleib erholt und schalte ab. Wir verabschieden uns ebenfalls in die Sommerpause und sind im September wieder mit neuen Blogartikeln für dich da.

Quellen:
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  • De Bloom, J., Kompier, M., Geurts, S., De Weerth, C., Taris, T., & Sonnentag, S. (2009). Do we recover from vacation? Meta‐analysis of vacation effects on health and well‐being. Journal of occupational health, 51(1), 13-25. https://doi.org/10.1539/joh.K8004
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  • Nawijn, J., De Bloom, J., & Geurts, S. (2013). Pre-vacation time: Blessing or burden?. Leisure Sciences, 35(1), 33-44. https://doi.org/10.1080/01490400.2013.739875
  • Smyth, A., De Bloom, J., Syrek, C., Domin, M., Janneck, M., Reins, J. A., & Lehr, D. (2020). Efficacy of a smartphone-based intervention—“Holidaily”—promoting recovery behaviour in workers after a vacation: study protocol for a randomised controlled trial. BMC public health, 20, 1-17. https://doi.org/10.1186/s12889-020-09354-5
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