Mitarbeitende fördern, nicht bewerten

Beurteilungsgespräche mag keiner gerne,  weder Mitarbeitende noch Führungskräfte. Dennoch wissen wir insgeheim, dass die Grundidee, sich Feedback zu geben, gut wäre. Dabei gibt es einige Ansatzpunkte, wie du weg von klassischen Leistungsbeurteilungen kommen kannst und Feedbackgespräche für alle Beteiligten angenehmer gestalten kannst. Lese hier welche.

Feedback: Mehr als nur Beurteilung

Klassische Leistungsbeurteilungen sind leider nicht wirklich effektiv, wenn es darum geht, das Verhalten von Mitarbeitenden nachhaltig zu ändern. Dir ist wohl auch klar, dass es kaum passieren wird, dass dein Low Performer plötzlich zum Star wird, nur dank dem Wissen, wo er bzw. sie steht.

Demgegenüber können Leistungsbeurteilungen eine ganze Reihe von Emotionen auslösen, insbesondere, wenn sie als subjektiv oder unfair wahrgenommen werden (was wahrscheinlich ist, wenn das Feedback negativ ausfällt). Das kann dann zum Rückgang der Motivation und Leistung führen.

Statt Mitarbeitenden daher nur ein Rating von A bis E oder so hinzuknallen, lohnt es sich also von der klassischen Beurteilung wegzukommen und den Blick nach vorne zu richten: Der künftigen Entwicklung der Mitarbeitenden, und wie du sie darin unterstützen kannst. Die Grundidee von Feedback ist also nicht, Mitarbeitende zu bewerten, sondern sie zu fördern.

Feedback, das wirklich funktioniert

Mit Feedback kannst du gezielt individuelle Stärken der Mitarbeitenden fördern und relevante Schwächen allenfalls abfedern. Unter dem Strich kannst du Mitarbeitende dabei helfen, sich dahin zu bewegen, wo sie hinmöchten oder wo du sie hin entwickeln möchtest (sofern du sie für deine Ziele begeistern kannst, was ein anderes Thema ist). Dazu gibt es einige forschungsbasierte Tipps zu wirksamem Feedback.

1. Vorab Erwartungen kommunizieren

Es kann sehr frustrierend sein, ein „da warst du aber langsam“ als Rückmeldung zu erhalten, wenn die enge Deadline gar nicht im Vorfeld kommuniziert wurde. Kläre also mit deinen Mitarbeitenden möglichst transparent, was dir in der Zusammenarbeit wichtig ist und welche Ziele es zu erreichen gilt. Wenn das Feedback nicht überraschend ausfällt und an klaren Erwartungen anknüpft, wird es eher akzeptiert (wenn nicht gar antizipiert).

2. Konkret und wertschätzend sein

Allgemeine Aussagen wie „gute Arbeit“ sind wenig hilfreich. Gebe konkrete Beispiele, was gut läuft und was verbessert werden kann. Wenn du Mitarbeitende regelmässig für gute Leistung lobst oder ihnen für angemessenes Verhalten dankst, nehmen sie auch kritische Rückmeldung zwischen drin eher an. Egal ob Lob oder Kritik, vermeiden den direkten Vergleich mit anderen Mitarbeitenden dem Teamgeist zu liebe.

3. Mitarbeitende einbeziehen

Das effektivste Feedback ist, die Selbsteinsicht. Hilf also deinen Mitarbeitenden dabei, sich selber einzuschätzen. Stell ihnen gezielte Fragen oder entwickle gemeinsam Strategien, wie sie selber eine Standortbestimmung machen können (z.B. Kundenfeedback abholen). Nehme dir Zeit, sie bei der Erarbeitung von Verbesserungsmassnahmen oder Etablierung von Best Practices (wenn etwas gut läuft) mitwirken zu lassen. Am besten haltet ihr alles in einem konkreten Plan fest, den ihr gemeinsam kontrolliert.

4. Kontinuität leben

Häufige, kurze Feedback-Sessions sind viel effektiver und weniger stressig als ein jährliches Leistungsbeurteilungsgespräch. Dies unter anderem, da das relevante Feedback zeitnaher erfolgt, Korrekturmassnahmen unkomplizierter eingeleitet werden können und Mitarbeitende eher die Gelegenheit haben, ihren Standpunkt einzubringen. Generell lohnt es sich auch regelmässige Debriefings oder andere Gefässe einzuführen, die auf gemeinsames Lernen ausgerichtet sind, indem z.B. die nachhaltige Transformation gemeinsamer Prozesse oder Vorgehensweisen in den Vordergrund rücken.

5. Gegenseitiges Feedback etablieren

Feedback sollte keine Einbahnstrasse sein. Feedback ist auch von der Perspektive des Feedbackgebenden abhängig. Bitte deine Mitarbeitenden also auch regelmässig um Feedback. Das zeigt nicht nur Wertschätzung, sondern kann auch deine Führungsfähigkeiten verbessern. Ermutige deine Mitarbeitende ebenfalls, auch einander Feedback zu geben und sich Feedback von andern Stellen einzuholen. Dabei solltet ihr drauf achten, dass gängige Feedbackregeln eingehalten werden und man wertschätzend und konstruktiv bleibt. So etablierst du eine positive Feedback-Kultur. Welche Fehler du dabei vermeiden, solltest, kannst du in diesem Artikel nachlesen.

Weg von der traditionellen Leistungsbeurteilung hin zu einer Kultur des kontinuierlichen und konstruktiven Feedbacks – das ist der Schlüssel dazu, deine Mitarbeitenden im persönlichen Wachstum zu unterstützen. Viel Erfolg beim nächsten Feedbackgespräch!

Quellen:
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